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Bilderschlüssel

Der Schlüssel basiert auf Bildern. Ein Mausklick auf ein Bild führt zur nächsten Frage. Das erleichert die Navigation im Schlüssel massiv und ermöglicht die Bestimmung oft in erstaunlich kurzer Zeit.

Nutzer und Nutzerinnen können zuoberst oder auf einer beliebigen Ebene (Klasse, Ordnung, Familie, Gattung) mit der Bestimmung beginnen.

Der Aufbau der Schüssel erfolgte nach folgenden Prinzipien:

  • Die Schlüssel sollen so wenig botanischen Vorwissen wie möglich voraussetzen.
  • Die Merkmale sollen am vorliegenden Material erkennbar sein.
  • Wo immer möglich soll die Bestimmung von Pflanzen möglich sein, ohne dass Material verschiedener Lebensphasen benötigt wird, die nicht gleichzeitig vorliegen (z.B. Blüten und gleichzeitig reife Früchte).
  • In Fällen, in denen keine eindeutige Entscheidung möglich ist, werden alle Entscheidungswege als korrekt angenommen.

Versuchspersonen haben die Nutzbarkeit der Schlüssel getestet und die Schlüssel entsprechend angepasst. Wiederkehrende Erkenntnisse aus den Experimenten waren:

  • Es braucht Texthinweise. Bilder alleine genügen nicht.
  • Je kürzer die Texte, umso besser. Lange Texte werden häufig überlesen und führen vermehrt zu Entscheidungsproblemen.
  • Scheinbar selbstverständliche Begriffe führen manchmal zu groben Fehlern. So ist es z.B. bei Sporenpflanzen ohne Spezialkenntnisse (selbst für Botaniker) nicht immer klar, was mit "Blatt" gemeint ist.
  • Ein Grossteil der Versuchpersonen war mit Mehrfachangaben (Merkmal X und Merkmal Y und Merkmal Z), wie sie in vielen Textschlüsseln üblich sind, überfordert.

 

Publikation im Web

Folgende Gründe sprachen für die Publikation in Form einer Web-Site:

1. Rechnet man mit durchschnittlich 30 Fotos pro Art und rund 4000 Arten kommen am Schluss rund 120'000 Abbildungen zusammen. Das benötigte Bildmaterial sprengt den Rahmen einer Publikation in Buchform.

2. Es ist damit zu rechnen, dass über die Jahre Anpassungen notwendig sind. Neues Bildmaterial ist zu ergänzen. Fehler sind zu korrigieren. Die Systematik entwickelt sich weiter. Eine Web-Site kann rasch und einfach angepasst und den Nutzern verfügbar gemacht werden. Überarbeitungen von Publikationen in Buchform sind aufwendig und für Autor, Verlag und Kunden kostspielig.

3. Das Nachschlagen im Web geht deutlich rascher und einfacher als in Buchform.

 

Systematik

Die vorliegende Strukturierung richtet sich für die Gefässsporenpflanzen nach - PPG I und für die Angiospermen nach APG IV.

 

Ermittlung der relevanten Merkmale

Die Ermittlung der vollständigen Liste der Merkmale zur Unterscheidung der Arten (und Unterarten) ist komplex. Unterschiedliche Autoren bzw. Florenwerke machen dazu teilweise voneinander abweichende, gelegentlich auch widersprüchliche Angaben. Abhängig davon, welches Artengefüge das Florenwerk bzw. der Autor in die Betrachtung einbezieht, sind andere Merkmale berücksichtigt. Grössenangaben stimmen nur selten exakt überein. Eine vollständige Aufarbeitung der gesamten verfügbaren Literatur übersteigt die Möglichkeiten dieses Projekts. Um eine einigermassen vollständige Liste der Merkmale pro Art zu erhalten, sind aber in der Regel Angaben aus Bestimmungsschlüsseln und Artbeschreibungen mehrerer Florenwerke bzw. Publikationen aus unterschiedlichen Regionen mit Schwergewicht Schweiz und der angrenzenden Länder berücksichtigt. Welche beigezogen wurden, ist in den Literaturangaben zu der jeweiligen Art dokumentiert. Bei sich widersprechenden Angaben wurde - sofern eruierbar - die Mehrheitsmeinung übernommen und die Angaben an realem Pflanzenmaterial verifiziert.

 

Strukturierung

Die systematische Strukturierung der Gefässsporenpflanzen richtet sich nach PPG I (2016) und APG IV (2016).

 

Jeder Autor beschreibt die Art auf seine Weise. Zur Ermittlung der "relevanten Merkmale" war eine einheitliche Strukturierung der Beschreibungen notwendig, damit daraus eine konsolidierte Artbeschreibung ableitbar war. Die einheitliche Strukturierung hat ausserdem den Vorteil, dass Beschreibungen von unterschiedlicher Arten leichter vergleichbar sind.

Die Beschreibungen gehen davon aus, dass eine Pflanze aus verschiedenen Teilen besteht. Jeder Teil hat einen Ort, wo er entspringt und allenfalls einen, wo er endet. Manche machen eine vom Rest der Pflanze verschiedene Entwicklung durch.

 

Die textliche Beschreibung orientiert sich an Produktionsformeln, wie sie aus der Informatik bekannt sind. Sie beschreiben die Zusammensetzung eines komplexen Gebildes in der Form (Die Buchstaben A, B, C etc. stehen jeweils für Pflanzenteile:

 

Pflanze = (A, B, C ...);

A = (D, E, ...)

B = (F, G, H ...)

Um die Pflanze möglichst vollständig abzubilden, ist - soweit möglich und mir verfügbar - jeder Pflanzeteil mit einem bis mehreren Fotos dokumentiert.

Die einzelnen Pflanzenteile sind in der Regel als Hyperlinks abgebildet, so dass man "durch die Pflanzenanatomie" navigieren kann.

 

Position: gibt an, wo die beschriebene und abgebildete Komponente bei der Pflanze zu finden ist, wie häufig sie vorkommt und - sofern mehrere Ausprägungen der beschriebenen Komponente vorkommen - wie diese angeordnet sind.

 

Entwicklung: Pflanzen entwickeln sich und verändern sich dabei. Ein Foto stellt immer nur einen eingefrorenen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt des Lebenszyklus dar. Unter "Entwicklung" sind jeweils die wichtigsten Entwicklungsphasen beschrieben.

 

Grössen- und Mengenangabe

Da die Grössenangaben in den verschiedenen Florenwerken oft voneinander abweichen, war eine Vereinheitlichung nötig. Dabei wird die folgende Syntax verwendet:

 

(minimalster Wert) a-b (maximalster Wert).

 

Die Extrem-Angaben aller berücksichtigten Autoren sind in Klammern gesetzt. Semantisch kann dies interpretiert werden als: "selten so klein bzw. gross".

Der Grössenbereich, in dem sich die Angaben der meisten Autoren überlappen ist in der Form "a-b" wiedergegeben. Semantisch kann dies interpretiert werden als: "In der Regel bewegt sich die Grösse bzw. Anzahl im Bereich zwischen a und b".

In doppelten Klammern gesetzt Werte - beispielsweise "((7))" - zeigen sehr seltene Ausprägungen an.

Mengenangaben wie z.B. die Anzahl der Blätter beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf eine vollständige Vegetationsperiode.

 

Fragezeichen

Bei manchen Angaben in der Literatur ist unklar, ob es sie korrekt sind. Offensichtliche Fehler wurden nicht übernommen. Unsichere Angaben sind mit einem Fragezeichen gekennzeichnet. Manchmal ist dieses auch aus der Quellliteratur übernommen.

Gelegentlich habe ich eigene Beobachtungen ergänzt. Sie sind mit MW gekennzeichnet. Sie sind insofern mit Vorsicht zu beurteilen, da es mir nicht möglich war, zu überprüfen, ob sie tatsächlich über das gesamte Areal der Art konstant zutreffen.